Augsburger Kajak-Verein e.V.

Ein Wochenende auf der Isar

Los geht´s!

Wir treffen uns am Eisstockplatz in Scharnitz. Von dort geht’s mit dem Bustaxi in den Alpenpark Karwendel. Das erspart uns das lästige Auto umsetzen und der Natur sowie den vielen Wanderern und Radlern die zusätzliche Verkehrsbelastung. Der Einstieg liegt in einem Tal das vom den bis zu 2700 m hohen Gipfeln der Seekar- und Birkkarspitze, des Bettelwurf sowie südlich von Lafatscher und Hohen Gleirsch umrahmt ist.

Die ersten Kilometer der oberen Isar sind schnelles, kehrwasserloses WW I-II. Bei Pegel 120cm gleiten wir knapp über die Kiesel. Dies ist der absolute Minimalpegel, bei weniger Wasser ist hier eine Kajakfahrt der Natur und uns wegen der unvermeidbaren Grundberührungen nicht mehr zumutbar. Das Wasser ist saukalt und glasklar, nix „grüne Isar“.

Am Ende einer weiten Kiesfläche geht´s scharf nach links um einen mächtigen Bergrutsch. Hier beginnt die schwierigste Stelle der Strecke, ein S-förmigen Katarakt mit WW 2-3. Es gilt, die beste Linie zwischen den großen Kieseln zu wählen und in der zweiten Linkskurve nicht mit der Strömung in einen Wurzelstock zu enden, der dort zur Uferbefestigung angebracht wurde. Wenn rechtzeitig angelandet wird, kann rechts gut umtragen oder besichtigt werden. Kurz nach dieser Herausforderung beginnt die Isarschlucht. Steile Abhänge mit schroffen Kalksteinfelsen erheben sich direkt aus dem Fluss. Hier gibt´s reichlich Kehrwässer, Spielstellen, Prallwände und beeindruckende Ausblicke zu entdecken.

Nachdem linksseitig der Gleirschbach einmündet, treten die Steilufer langsam zurück. Wenn´s der Wasserstand erlaubt, sollte man ein Stück in die Klamm dieses Baches einfahren und den Anblick bestaunen. Ungefähr 2 Kilometern flussab fliest von rechts der Karwendelbach in die Isar, danach fahren wir am Kieswerk vorbei, in dessen Bereich vor allem an Arbeitstagen auf Drahtseile zu achten ist. An der folgenden Brücke ist leider die ehemals vorhandene Blockwurfstufe völlig eingeebnet worden. Noch ein weite Kurve, dann hat uns nach ca 2,5 Stunden die Zivilisation wieder.

Die „Vorstädte“ von Scharnitz und die Uferverbauungen treten deutlich in Erscheinung und wir erreichen den Ausstieg am Parkplatz.
Ohne Autos nachholen zu müssen können wir uns sofort unserer Brotzeit widmen und weitere Fahrten planen.

von Walter Okelmann, 17. 01. 2008

Flusswandern

Am meisten Erfahrung in Sachen Flusswanderungen hat Almut Dietze (Tel. 0821/541759), deren Gedanken im Zusammenhang mit der Führung eines Fahrtenbuches nachfolgend wiedergegeben sind.

Betrachtungen zum Fahrtenbuch

Warum soll man ein Fahrtenbuch führen? Ist es ein Relikt aus vergangener Zeit oder gibt es Gründe, die für die Dokumentation der gefahrenen Strecken und Kilometer sprechen? Ich meine, es gibt sie.

Neben dem Vereinsfahrtenbuch, das Auskunft über die im Namen des Vereins unternommenen Fahrten gibt und diese versicherungsrechtlich absichert, gibt es das persönliche Fahrtenbuch. Um dieses geht es hier.

Das Fahrtenjahr beginnt am 1. Oktober eines Jahres und endet am 30. September des darauf folgenden Jahres. In diesem Zeitraum gefahrene Strecken mit Datum und Kilometerangabe werden darin dokumentiert und am Ende die gefahrenen Kilometer addiert. Das Fahrtenbuch wird dann dem amtierenden Wanderwart übergeben, der es prüft und abzeichnet und danach an den Bezirkswanderwart zur Gegenprüfung weiterleitet. Aus der Anzahl der Fahrtenbücher, bzw. der darin aufgeführten km ergibt sich ein Einblick in die Wandersportaktivitäten eines Vereins. Der Bezirkswanderwart sammelt auch die gesamten Fahrtenkilometer der Vereine und gibt sie als Bezirksergebnis an den Bayerischen Kanuverband weiter. Und darum geht es!

Ein Verein ist Teil eines Bezirks- bzw. Landesverbandes, sowohl gesellschaftlich wie rechtlich, und ein Verband ist nur so stark, wie seine Vereine aktiv sind. Der AKV steht auf mehreren Säulen, der Wettkampfsport bestreitet die größte Aktivität und Bekanntheit innerhalb des BKV, aber auch des DKV. Im Wandersport sind wir ein ganz kleines Licht, da unsere Aktivitäten nur sehr gering dokumentiert werden. Es wäre erstrebenswert für den Verein und die Sparte Wandersport, wenn sich das ändern würde.

Außer den vereins- und verbandsbezogenen Gründen lässt sich aber auch ein persönlicher Grund aufführen. Die chronologisch aufgeführten Fahrten lassen sich schnell überblicken, man kann zusätzlich gemachte Notizen (Wetter, Wasserstand, Hindernisse, bes. Ereignisse usw.) nachsehen und man hat am Ende eines Fahrtenjahres die Kilometeraufstellung auf einen Blick. Sie kann für einen engagierten Fahrer interessant sein, wenn er seine Aktivitäten honoriert wissen möchte.

In Form von einem Abzeichen:

MännerFrauen
Bronze600 km500 km
Silber4000 km3200 km
Gold8000 km6400 km

Abzeichen gibt es als Aufkleber, Stoff oder Nadel. Auskunft über Modalitäten erteilt der Wanderwart.

Diese Informationen sind an alle aktiven Wanderfahrer gerichtet. Auch wenn sie für die WW-Fahrer von geringem Interesse sein werden – sie fahren interessante Strecken aber keine Kilometer – ist das Führen eines Fahrtenbuches keine schlechte Sache.

Fahrtenbücher gibt es beim Wanderwart oder im DKV-Shop.